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Systemische Beratung

Ein menschliches System besteht aus unterschiedlichsten Elementen (z.B. Persönlichkeiten bzw. Persönlichkeitsteilen, Familienmitgliedern, Arbeitskollegen, Beziehungen, Werte, kulturelle Elemente, Traditionen etc.), die miteinander in Wechselwirkung stehen. Eine Veränderung bei einem Systemteil bewirkt gleichzeitig Veränderungen bei den anderen. Im Rahmen von Veränderungsprozessen ist es daher sehr wichtig, KlientInnen nicht isoliert zu betrachten.

Systemisches Denken untersucht das Ganze und die Teile, sowie die Beziehungen der einzelnen Elemente zu einander. Es beschäftigt sich mit dem Ganzen, um die einzelnen Teile zu verstehen und umgekehrt. Wichtige Hintergründe für das Anliegen eines Klienten werden systematisch erfaßt. Das Verhalten des Einzelnen wird in seinem Kontext gesehen und erklärt. Da Regeln und Glaubenssätze des Systems das Verhalten des Einzelnen in diesem System bedingen, werden auch diese in die Beratung einbezogen.

Systemisches Vorgehen ermöglicht neue Blickwinkel, Sichtweisen auf die Problemfelder des Klienten zu gewinnen und fordert heraus, bestehende Vorstellungen von Ursache und Wirkung zu überdenken. Der systemische Berater stellt Fragen an und über das einen Klienten umgebende relevante System, um Probleme zu erklären und Lösungen zu entwickeln. Systemisches Denken hilft zudem dabei, Einschränkungen für eine Problem-Lösung oder einen Ausbau von Ressourcen in dem relevanten System zu identifizieren und beseitigen.

Wie gut menschliche Systeme funktionieren hängt auch davon ab, in wieweit bestimmte systemische Prinzipien (z.B. Ausgleich von Geben und Nehmen) beachtet werden. Treten Spannungen oder Stillstand auf, dann sind sie oft nicht berücksichtigt oder verletzt worden. Daher ist es wertvoll, diese Prinzipien in die Beratung einzubeziehen.

Es gibt verschiedene Formen der systemischen Beratung.

Die Ursprünge liegen in der systemischen Familientherapie ( Minuchin, Watzlawik, Bateson, Stirlin, Simon, Schmidt u.a.).

Der systemisch integrative Ansatz integriert Elemente der ursprünglichen systemischen Familientherapie mit modernen Methoden des systemischen Arbeitens, z.B. zirkuläre und reflexive Fragen nach der Mailänder Schule und Karl Tomm, Skulpturarbeit nach Virginia Satir, strukturelle Techniken nach Salvador Minuchin, Lösungsorientiertes Arbeiten nach Steve de Shazer, Insoo Kim Berg u.a., Arbeiten mit dem Reflecting Team nach Tom Anderson, Elemente aus dem NLP und der Hypnotherapie etc.

Reflexiv systemische Beratungsformen (Tom und Harlene Anderson, Harry Golishian, Klaus Deissler u.a.) arbeiten v.a. mit Fragen, die Prozesse, Hintergründe und Anliegen reflektieren. Sie wirken reflektierend, dialogisch und transformativ im Sinne ständiger Selbstveränderung.

Der konstruktivistische Beratungsansatz (Maturana, Varela, von Förster u.a.) geht davon aus, dass in menschlichen Systemen die beschriebene Wirklichkeit maßgeblich durch die sprachliche Beschreibung entsteht bzw. konstruiert wird. Demnach erschaffen Menschen in hohem Maße ihre Realität selbst und können so auch die eigene Zukunft kreativ mit gestalten. Lösungen entstehen durch neue Sichtweisen und durch eine veränderte Erzählung.

Weitere Informationen

  • Dachverband Deutsche Gesellschaft für systemische Therapie und Familientherapie www.dgsf.org
  • Literaturempfehlungen:
    • Bernd Schmid, Sytemisches Coaching, Konzepte und Vorgehensweisen in der Persönlichkeitsberatung, EHP
    • Arist von Schlippe, Jochen Schweitzer, Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung, Vandenhoeck & Ruprecht
 
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