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Lösungsorientierte Kurzzeittherapie

Wie entstehen Lösungen im Beratungsgespräch? Die Beantwortung dieser Frage führte Steve de Shazer und seine Kollegen im Brief Family Therapy Center in Milwaukee zu der Entwicklung der lösungsorientierten Kurzzeittherapie.

Während es für tiefenpsychologische Therapie- und Beratungsmethoden bedeutsam ist, die Problemursachen zu ergründen, um das Problem zu lösen, arbeitet die lösungsorientierte Kurzzeittherapie vorwiegend an der Konstruktion von für die KlientInnen passenden Lösungen - und weniger an der Analyse des Problems.

"Alle Tatsachen gehören zum Problem - nicht zur Lösung."
Ludwig Wittgenstein

Bereits bei der Festlegung des Ziels der Klienten für das Coaching gilt der Grundsatz der Anwesenheit von Lösungen statt der Abwesenheit von Problemen.

Der Blickwinkel und die benutzte Sprache im Coaching sind lösungsfocussiert.

"Problem-Sprache schafft Probleme, Lösungs-Sprache schafft Lösungen."
Steve de Shazer

Die Lösungen bestehen darin, sich von bisherigen Verhaltensmustern, die das Problem begünstigt haben, zu lösen, sich in typischen Situationen anders zu verhalten und dadurch Veränderungen bei sich selbst und anderen u bewirken.
Durch die Konzentration von  KlientInnen und Berater auf die Entwicklung von Lösungen  wird die Beratung zur Kurzzeittherapie.

Eine Basis dieser Methode ist die Annahme, dass jede Person und jedes System über alle Ressourcen verfügt, die es zur Lösung seiner Probleme benötigt. Allerdings werden diese Ressourcen häufig nicht wahrgenommen oder genutzt. Die lösungsorientierte Kurzzeittherapie legt daher einen Schwerpunkt auf die Wertschätzung der Autonomie und Ressourcen der KlientInnen durch den Coach, um zu einer förderlichen Interaktion zu gelangen. Durch die Fokussierung auf die Fähigkeiten der KlientInnen, wenden diese ihre Aufmerksamkeit vom Problem ab und hin zu Lösungsmöglichkeiten.

Die Erfahrung persönlicher Stärken und Ressourcen durch die KlientInnen ist eine starke Triebfeder für Veränderungen im Sinne der Problemlösung. Daher ist ein wesentliches Element dieser Methode die Suche nach bisherigen Erfolgen und Ausnahmen vom Problem sowie der dazugehörigen spezifischen Umstände.

Eine weitere zentrale Annahme, auf der diese Methode basiert, ist, dass eine attraktive Vision einer positiveren Zukunft und die damit verbundenen Erwartungen und Hoffnungen, eine Dynamik im Klienten hin zu einem nachhaltigen und raschen Veränderungsprozess fördern. Dies nutzt die Kurzzeittherapie durch den gezielten Einsatz von hypothetischen Fragen (z.B. der „Wunderfrage“).
Es werden mit den KlientInnen Ziele entwickelt, die attraktiv, zukunftsgerichtet und von den KlientInnen selbst erreichbar sind.

Ein weiteres wesentliches Element der lösungsorientierten Kurzzeittherapie ist die Intervention des Reframing. Hierbei bekommt ein problematisches Verhalten bzw. eine problematische Situation einen anderen (passenderen) Kontext/Rahmen. Durch kreative Umdeutungen wird ein hilfreicher Perspektivenwechsel vorgenommen, der zu mehr Verständnis und Handlungsalternativen führt.

Die Interventionen aus der lösungsorientierten Kurzzeittherapie sind sehr gut mit der systemischen Therapie/Beratung kombinierbar.

Weitere Informationen:

  • www.brief-therapy.org
  • Steve de Shazer, Der Dreh, Überraschende Wendungen und Lösungen in der Kurzzeittherapie, Carl-Auer-Systeme Verlag
  • John L. Walter / Jane E. Peller, Lösungsorientierte Kurztherapie, Verlag modernes lernen - Dortmund
  • Peter Szabó, Insoo Kim Berg, Kurz(zeit)coaching mit Langzeitwirkung, Borgmann Media
 
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